Les jours heureux – ein Theaterprojekt mit dem DS-Kurs der Klassenstufe 11

Wenn man gut durch geöffnete Türen kommen will, muss man die Tatsache achten, dass sie einen festen Rahmen haben. Dieser Grundsatz ist einfach eine Forderung des Wirklichkeitssinns. Wenn es aber einen Wirklichkeitssinn gibt, und niemand wird bezweifeln, dass er seine Daseinsberechtigung hat, dann muss es auch etwas geben, dass man Möglichkeitssinn nennen kann.

Wer ihn besitzt, sagt beispielsweise nicht: Hier ist dies oder das geschehen, wird geschehen, muss geschehen; sondern er erfindet: Hier könnte, sollte oder müsste geschehen; und wenn man ihm von irgendetwas erklärt, dass es so sei, wie es sei, dann denkt er: Nun, es könnte wahrscheinlich auch anders sein. So ließe sich der Möglichkeitssinn geradezu als die Fähigkeit definieren, alles, was ebenso gut sein könnte, zu denken und das, was ist, nicht wichtiger zu nehmen als das, was nicht ist.

« Der Mann ohne Eigenschaften » von Robert Musil

« Les jours heureux » (auf Deutsch : bessere Tage) ist eine Theaterarbeit der ehemaligen Salzburger und heute Metzer Gruppe TRT – Le Théâtre des Rêves Têtus.

Hierbei arbeitete der Schauspieler Nicolas Marchand während der 30. Kulturwoche vor den Weihnachtsferien 2025  mit dem DS-Kurs der Klassenstufe 11 der Gemeinschaftsschule Rastbachtal zum Thema „DER MÖGLICHKEITSSINN“. Die Workshopergebnisse wurden am Samstag, 13. Dezember 2025, im Rahmen der Finissage der Kulturwoche und des Tages der Offenen Tür präsentiert.

Im Jahre 1943, noch bevor feststehen konnte, dass Nazi-Deutschland den Krieg verlieren würde, verfassten Mitglieder der Resistance ihr Programm «Les jours heureux », eine konkrete Vorstellung der Welt, in der sie leben und für die sie kämpfen wollten. Nach dem Krieg wurde dieses Programm in vielen Punkten umgesetzt, und davon profitiert die französische Bevölkerung noch heute (Beispiel : Sozialversicherung). D. h. dass die Zukunfts“träume“ der Resistance nachhaltig für die Menschen in der heutigen Zeit etwas bewegen konnten.

Le Théâtre des Rêves Têtus ist davon überzeugt, dass die Mitglieder der Resistance recht daran taten, diese alternative Vision einer Welt von morgen konkret und genau zu formulieren und ihr eine materielle Form zu geben. Das Mögliche muss sich auf die eine oder andere Weise manifestieren, damit man wirklich anfängt, daran zu glauben, es sich zu wünschen, sich darauf zu beziehen und dafür zu kämpfen.

Und das Mögliche manifestieren, ist eine der Stärken des Spiels und des Theaters. Dies wollten wir am Rastbachtal auch unseren SuS verdeutlichen und sie auffordern, sich ihre Gedanken über ihre Zukunft und die Weiterentwicklung der Welt zu machen.

Natürlich befinden wir uns nicht im Jahre 1943. Dennoch erscheint die Zukunft zwischen Rechtsruck, Klimawandel und sozialem Abbau alles andere als rosig. Doch wir wollen diese zerstörerische, unmenschliche und unsolidarische Welt nicht, die man uns mit einem erneuten « There is no alternative » aufzwingen will! Weder in ihren Prioritäten, noch in ihrem Umgang mit dem Planeten, noch in ihren sozialen und zwischenmenschlichen Beziehungen. Wir wollen etwas anderes. Und was noch wichtiger ist: Wir sind davon überzeugt, dass wir nicht alleine sind, sondern die Mehrheit!

Und wir sind davon überzeugt, dass wir weiterhin alle uns zur Verfügung stehenden Energien und Mittel in die Waagschale werfen müssen, um anderen Vorstellungen, anderen Wünschen Platz zu schaffen und für uns alle glücklichere Tage zu ermöglichen!

Unter diesem Aspekt wollte die Schule im Rastbachtal in diesem theatralen Workshop ihre SuS dazu bewegen, ihre Wünsche, Träume und Sehnsüchte zu manifestieren und in Szene zu setzen. Sie sollen zu mündigen Bürgern werden, die sich ihre eigenen Gedanken über Gesellschaft, Politik, Zwischenmenschlichkeit etc. machen und nach ihren Vorstellungen handeln. Sie sollen mutig sein, Probleme anzupacken und andere dazu bewegen, es ihnen gleich zu tun. Die von den Schülerinnen und Schülern improvisierten Einzelszenen werden im Laufe des Schuljahres im DS-Unterricht zu einer Collage zusammengefügt, die aufzeigt, was mit ihnen in der Zukunft und für die Zukunft alles möglich ist.

Jubiläumsfeier anlässlich der 30. Kulturwoche

Melange aus künstlerischen Beiträgen und wertschätzenden Worten

Mit dem Song „Wenn das Liebe ist…“ stimmte die Schulband unter Leitung von Tim Sefrin in die Feierstunde musikalisch ein. Schulleiter Udo Ulrich begrüßte die vielen Gäste, zu denen auch Regionalverbandspräsidentin Frau Dr. Lehberger gehörte, die in ihrem Grußwort das große Engagement der Lehrkräfte lobte, ohne die es Anlässe wie der heutige gar nicht gäbe. Zusammen mit Wynnie Kangwan Mbyndio von der Faitrade Initiative des Saarlandes verlieh sie der Schule das Zertifikat „Fairtrade Schule“. Besonders stolz war die Schulgemeinschaft auch auf die Anwesenheit des ehemaligen Ministers Peter Altmaier. Dieser hatte die Schirmherrschaft übernommen und hob vor allem das gelungene interkulturelle Miteinander an dieser Schule hervor. Musikalisch präsentierten sich Rejan Ismailov mit dem Filmtitel Fluch der Karibik und Hassan Ahmad mit einer Variation von Jingle Bells auf dem Klavier, während Badil Inan die Gäste mit orientalischen Impressionen auf seiner Saz verzauberte. Elena de Rosa zeigte mit dem Song „Alles nichts ohne dich…“ ganz beeindruckend, was stimmlich in ihr steckt. Ein musikalischer Höhepunkt war zweifelsfrei auch das Duo Zweierpasch, das vor Kurzem das Bundesverdienstkreuz u.a. für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus erhalten hatte. Für ihre Performance bekamen sie tobenden Applaus, denen sie aber gerne mit Schülerinnen teilten, die sich trauten, ihre Rapergebnisse aus dem morgigen Workshop vorzutragen.

Zum Schluss präsentierte eine Gruppe von Oberstufenschüler/-innen die kulinarischen Ergebnisse des Kochworkshops, den sie an diesem Morgen mit Sternekoch Peter Wirbel hatten. 

An dieser Stelle danken wir der Kiwi-Care Stiftung Deutschland e.V. und dem Ministerium für Bildung und Kultur für die Förderung der Projekte.

Alle Scherben zusammen machen noch immer kein Glas – doch sie vermögen Licht zu spiegeln

Gedenkfeier zur Reichspogromnacht

Anlässlich der Reichspogromnacht veranstalteten die Schülerinnen und Schüler der Schule im Rastbachtal und des Robert-Schuman-Gymnasiums Saarlouis eine Gedenkfeier in der Jugendkirche Elija Saarbrücken. Mit Lesungen, Gesang, instrumentalen Beiträgen und szenischem Spiel erinnerten sie eindrucksvoll und bewegend an Menschen, denen Unrecht, Leid und Gewalt widerfahren ist. Sie richteten den Blick aber auch in die Gegenwart: Denn Leid, Vertreibung, Flucht und Verlust sind keine Themen vergangener Zeiten. Noch immer müssen Menschen auf der Welt erfahren, was es bedeutet, alles zu verlieren: Heimat, Familie, Freunde und Sicherheit. Damit schenkten sie den Opfern eine Stimme und allen Anwesenden Momente der Stille, des Innehaltens und der Besinnung.

In einer Lichterkette machten sich alle auf den Weg zur Synagoge und stellten dort ihre Kerzen ab.

Dank gilt den Schülerinnen und Schülern beider Schulen, dass sie durch ihr Engagement einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur geleistet haben. Es macht deutlich, dass sie Erinnerung nicht als Rückblick, sondern als Auftrag für die Zukunft verstehen.

Berufsorientierung – Toller Erfolg für Rastbachtal-Schüler

4 Schüler erhalten ZF-Ausbildungsvertrag!

Die erfolgreiche Kooperation mit dem ZF-Ausbildungszentrum Saarbrücken wird fortgesetzt! Insgesamt 13 Schüler der Klassenstufen 9 und 10 wurden erneut für ihren besonderen Einsatz und ihre hervorragenden Leistungen mit einem Zertifikat ausgezeichnet. Während ihres dreiwöchigen Betriebspraktikums im ZF-Ausbildungszentrum sammelte jeder Teilnehmende über 100 Arbeitsstunden.

Ergänzt wurde das Praktikum durch ein ganztägiges Outdoortraining, bei dem die Jugendlichen in verschiedenen Team- und Gruppenaufgaben ihr Können unter Beweis stellen mussten. Auch dabei überzeugten die Schüler der Rastbachtalschule mit ihrem Geschick und ihren Fähigkeiten, die Herausforderungen der ZF-Ausbildungsmeister Herr Siegel und Herr Mannebach erfolgreich zu meistern.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Vier Schüler der Klassenstufe 10 erhielten aufgrund ihres bemerkenswerten Engagements einen Ausbildungsvertrag im ZF-Ausbildungszentrum.

Auf dem Foto (1-3) gratulieren Herr Harig (Ausbildungsleiter ZF), Frau Wagner, Herr Reitz (Ausbildungsmeister/in ZF) sowie Udo Ulrich (Schulleiter) den erfolgreichen Schülern. Das Outdoortraining ist auf den Fotos 4-6 zu sehen.

Text u Fotos Christoph Eiden, Projektleiter ZF

Hohe Auszeichnung für Projekte der Demokratiebildung

Schule im Rastbachtal wird mit Bildungspreis der saarländischen Wirtschaft ausgezeichnet

Migrantinnen das Grundgesetz näherbringen – das war das Ziel, das sich Schülerinnen und Schülern des Politikkurses der Klassenstufe 13 zum Ziel gesetzt hatten. In mehreren Veranstaltungen bereiteten die jungen Menschen verschiedene Themen wie Wahlrecht, Glaubens- und Meinungsfreiheit u.a. so auf, dass Frauen mit Migrationshintergrund diese wichtigen Prinzipien und Werte verstehen konnten. Darüber hinaus lobte die Jury die vielen unterschiedlichen Angebote der Schule im Rastbachtal, die zu einem Demokratieverständnis der Schülerinnen und Schüler beitragen. In einer offiziellen Feierstunde im Rahmen des VSU Unternehmertages lobte der VSU-Präsident das Engagement der Schule und ihrer Lehrkräfte.  Der Preis wurde gestiftet von der Stiftung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e.V.

Statt in der Mülltonne lieber im Kochtopf

Kochprojekt der Klasse 6.3 gegen Lebensmittelverschwendung

Tagtäglich landen Obst und Gemüse, das nicht mehr so schön aussieht, im Müll. Hinzu kommen weitere Lebensmittel, die kurz vor dem Verfallsdatum stehen. Dass man damit aber auch ein leckeres Menü zaubern kann, bewies die Klasse 6.3 von Frau Holz und Herr Berrens unter Anleitung von Christian Heinsdorf, der sonst in der Taverne der Villa Borg kocht, aber zu diesem Anlass extra ins Rastbachtal gekommen war. Unter dem Motto „Wir schätzen Lebensmittel“ setzten die Schülerinnen und Schüler bei diesem Projekt ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung. Wegen der bedeutenden Botschaft wurden sie beim Putzen, Schnibbeln, Zubereiten und Abschmecken der Speisen von Umwelt- und Verbraucherministerin Petra Berg, Regionalverbandsdirektorin Frau Dr. Caroline Lehberger sowie Herrn Regionaldirektor Jörg Kiefer von der IKK unterstützt und erhielten großes Lob für ihr Engagement. Höhepunkt war dann das Menü u.a. aus Kürbissuppe, Gemüselasagne und einem Apfel Crumble, dass sich die jungen Köchinnen und Köche schmecken ließen. 

Der Einsatz hatte sich gelohnt.

© MUKMAV, Ann-Sophie Ruf, angeben.

Herausragend auch auf der Weltbühne der Diplomatie

… das war die Erkenntnis nach dem Abschluss der MUN- AG (Model United Nations), an der im letzten Schuljahr 8 Schülerinnen und Schüler teilnahmen. Denn ihre harte wöchentliche Arbeit, donnerstags in der 9 und 10 Stunde hatte sich gelohnt.

„Versprechen an eine Sicherheitsarchitektur für die Ukraine“

„Förderung der Zusammenarbeit mit dem Globalen Süden“

„Stärkung der globalen Sicherheit durch nukleare Abrüstung“

Dies waren einige der Themen, auf die sich Joy Theisen, Taha Jabraoui, Ina Petrochenko, Marcel Schlee, Simon Otto, Jan Kachinskiy, Annabelle Kranz und Rolyan Mohammad vorbereitet hatten. Und sie machten Ihre Arbeit so gut, dass sie auf der MUN-Konferenz Madrid 2025 als „Outstanding Delegation“ ausgezeichnet wurden.

In der Zeit vom 19. bis 23. Mai waren sie zusammen mit den AG-Leitern, Frau Ina Schwartz und Herr Fabian Backes nach Madrid geflogen, um dort mit Schülerinnen und Schülern aus anderen Ländern der Welt, wie Venezuela, Frankreich, Griechenland, Pakistan und den USA zu diskutieren, um zu verhandeln und um Lösungen für aktuelle Probleme der Welt in Resolutionen zu fassen. 

Somit nahm zum zweiten Mal nach 2024 eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern unserer Schule an einer solchen Simulation der Vereinten Nationen teil. Dabei waren sie die einzigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer öffentlichen Schule. Unseres Wissens nach sind wir zudem die einzige saarländische Schule, die mit Schülerinnen und Schülern auf einer solche Konferenz hinarbeitet.  

Möglich ist dies nur aufgrund des Engagements der Schülerinnen und Schüler sowie unserer Unterstützer. Wir wollen uns daher in diesem Jahr insbesondere bei der Union Stiftung, den Lions Clubs Saarbrücken und dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit des Saarlandes bedanken.

Interview mit Bundesverfassungsrichterin Prof. Dr. Härtel

Wenn Unterrichtsinhalte lebendig werden

„Sollten Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen werden?“ 

oder

„Wo liegt das richtige Maß zwischen der Meinungsfreiheit und dem Schutz vor Hassrede oder Fake News im Internet?“

waren nur zwei der vielen Fragen, die die Schülerinnen und Schüler aus dem Politik-Leistungskurs von Herrn Fabian Backes der Bundesverfassungsrichterin Dr. Härtel stellten.

Im Rahmen der Feierlichkeiten, die anlässlich des Tags der Deutschen Einheit in Saarbrücken stattfanden, hatten die Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler der Schule im Rastbachtal vom Bundesverfassungsgericht die Möglichkeit bekommen, ein Interview mit einer Vertreterin der Judikativen zu führen.

Die Veranstaltung und die Vorbereitungen dafür machten den angehenden Abiturientinnen und Abiturienten viel Spaß und werden ihnen sicherlich noch lange in positiver Erinnerung bleiben – denn wann hat man schon einmal die Gelegenheit, Unterrichtsinhalte so praxisnah zu erfahren?

Zeit vergeht – Verantwortung bleibt

Unter diesem Motto haben sich die Schülerinnen und Schüler des Rastbachtals mit der Geschichte auseinandergesetzt. Im Gedenken an die während des Nationalsozialismus getöteten Jüdinnen und Juden – stellvertretend auch für alle Menschen, die heute unter Hass und Krieg leiden – beschäftigten sie sich mit den Ereignissen der Reichspogromnacht im November 1938. Diese markierte den Übergang von Diskriminierung und Ausgrenzung hin zur systematischen Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung.

In einem Tiny House der Kirche der Jugend eli.ja in Saarbrücken beschrifteten die Rastbachtaler Kerzen mit den Namen der im Zweiten Weltkrieg getöteten saarländischen Jüdinnen und Juden. Damit möchten sie ein Zeichen setzen – gegen das Vergessen, gegen Fremdenhass und für ein friedliches Miteinander aller Kulturen. Denn nur wer sich erinnert, kann aus der Geschichte lernen.

Vergleich der Schulwege zwischen dem Saarland und Nicaragua

Im März 2024 war der Saarbrücker Diriamba Verein (Fairtrade Initiative Saarland e.V.) zu Gast in der Klasse 11.3.
Die Projekte dieses Vereins haben zum Ziel, die Lebenssituation von Menschen in Diriamba und den umliegenden ländlichen Gemeinden zu verbessern.
Nach einer Einführung zu den Lebensumständen in Diriamba/Nicaragua verglichen die Schülerinnen und Schüler aus Nicaragua und aus dem Rastbachtal ihre Schulwege miteinander. Der Videoaustausch mit den Schülerinnen und Schülern aus Lateinamerika war ein spannendes Erlebnis für unsere Schülerinnen und Schüler, die erst seit Kurzem Spanisch lernen.